Agrar-Politik

Fachsimpeln mit Landwirten in Hamburg
Julia Klöckner: Stippvisite auf einem Hamburger Wochenmarkt

Julia Klöckner Marktstand

Auf dem Hamburger Ökomarkt im Stadtteil Eppendorf kam Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ins Gespräch mit Hamburger Biobauern. Hier mit dem Obstbauer Mählmann aus dem Alten Land.

Bild: BMEL / Paul

Auf knapp 70 Wochenmärkten können Hamburger mit Landwirten aus der Metropolregion ins Gespräch kommen. So heute auch Julia Klöckner. Im Vorfeld des CDU Parteitags fachsimpelte die Ministerin mit örtlichen Bauern.

Initiiert wurde der Marktbesuch vom CDU Bundestagsabgeordneten Dr. Christoph Ploß, der die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner beim Marktbummel begleitete. Er kennt sich hier in Eppendorf bestens aus. Schließlich gehört der Hamburger Stadtteil zu seinem Wahlkreis.

Erster Halt der Bundeslandwirtschaftsministerin bei Andreas Dreymann: Der Metzgermeister und seine Mitarbeiter bieten auf dem Markt Rind, Schwein, Lamm und Geflügel in Demeter- und Bioqualität an. 

Julia Klöckner erkundigte sich bei den Dreymanns auch nach den Haltungsbedingungen der Fleischwaren. Tierhaltung: Ein großes Thema für die Ministerin. Sie setzt sich seit ihrem Amtsantritt intensiv um die Einführung eines staatlichen freiwilligen Tierwohllabels ein. Es soll 2019 kommen.

Julia Klöckner macht für das Tierwohllabel dampf: „Wir wollen, dass es mit dem Tierwohl in Deutschland vorangeht," sagte Klöckner zuvor bei einem Treffen mit Vertretern des Lebensmittelhandels und der Gastronomie.

"Mit dem dreistufigen staatlichen Tierwohlkennzeichen schaffen wir für die Landwirte Perspektiven und sorgen für Transparenz bei den Verbrauchern," erklärt die Ministerin.

Andreas Dreymann bietet den Hamburgern hochwertige Fleischprodukte im Hofladen und in seinem Verkaufswagen auf mehreren Öko- und Wochenmärkten an. Die Preise sind überdurchschnittlich, aber halt auch die Haltungsbedingungen und die damit verbundene Fleischqualität.

"Der Verbraucher hat die Wahl und kann beim Einkauf entscheiden, mehr für Tierwohl auszugeben,“ sagt Julia Klöckner.

Die Kunden von Andreas Dreymann wissen bereits bescheid: Qualität gibt es nicht zu Discounterpreisen. Wer es sich leisten kann, gibt dann eben auch gerne mal mehr aus.

Klöckner im Gespräch am Metzgerstand

Julia Klöckner und Dr.. Christoph Ploß (MdB) zusammen im Gespräch mit Andreas Dreymann von der Demeter Metzgerei Dreymann.

Bild: BMEL / Paul

Ein anderes Thema mit dem die Bundesministerin auf dem Marktrundgang ins Gespräch kam ist der Schutz unserer Böden und Äcker. Vom Landwirt Georg Lutz hört sie interessiert, wie er seinen Ackerboden wert schätzt. 

Georg Lutz bewirtschaftet seit 1989 das Gut Wulfsdorf als Demeter Biobetrieb. Er pachtet es von der Stadt Hamburg. Auflage der Stadt waren landwirtschaftliche Vielseitigkeit, Direktvermarktung und die Schaffung eines Ortes der Begegnung zwischen Stadt und Land.

Ein gesunder und fruchtbarer Boden ist für Georg Lutz ebenso eine Herzensangelegenheit, erklärt er der Ministerin. Julia Klöckner ist nun genau im Thema, denn zum ersten Mal hat das Bundeslandwirtschaftsministerium deutschlandweit eine Inventur der landwirtschaftlichen Böden durchgeführt.

Das Thünen-Institut wurde vom Bundeslandwirtschaftsministerium mit der „Bodenzustandserhebung Landwirtschaft“ beauftragt, um Zusammenhänge von Boden und Klima genauer zu untersuchen.

Über 3.100 Landwirte haben dafür in sechs Jahren, zwischen 2012 und 2018, mehr als 120.000 Bodenproben genommen und analysiert. Gemessen wurden Sauerstoffversorgung, Humusbildung und organische Kohlenstoffvorräte.

Julia Klöckner: „Bodenschutz ist aktiver Klimaschutz.“

Die bisherigen Ergebnisse zeigen interessante Erkenntnisse auf: Weltweit ist im Boden viermal mehr Kohlendioxid gespeichert als in der oberirdischen Vegetation und zweimal mehr Kohlendioxid als in der Luft. Die Böden sind weltweit nach den Ozeanen der zweitgrößte Kohlenstoffspeicher der Erde.

„Das Ergebnis des Berichtes ist sehr eindrucksvoll, denn es belegt, dass insgesamt über zwei Milliarden Tonnen Kohlenstoff in den landwirtschaftlichen Böden Deutschlands gespeichert sind," zeigte sich Julia Klöckner beeindruckt.

Mehr Humusbildung wird Bestandteil einer zukünftigen Ackerbaustrategie

"Mit gezieltem Aufbau von Humus und Bodenleben lässt sich die Bodenfruchtbarkeit steigern und gleichzeitig Kohlenstoff einlagern – Kohlenstoff aus dem Kohlendioxid der Luft, der über die Photosynthese der Pflanzen in den Pflanzen und im Boden gespeichert wird," erklärt die Bundeslandwirtschaftsministerin.

In diesem Zusammenhang steht die Erarbeitung einer Grünland- und einer Ackerbaustrategie. "Um die hohe Fruchtbarkeit unserer Böden in Deutschland zu erhalten, müssen wir sie nachhaltig bewirtschaften," sagt Klöckner und meint darüber hinaus, dass gesunde und fruchtbare Böden "auch dazu beitragen, den Klimawandel aufzuhalten."

Deshalb setzt sie sich bei der UN-Klimakonferenz in Polen dafür ein, dass der globale Bodenschutz einen größeren Stellenwert bekommen soll.

Keine Präferenz von Julia Klöckner für die Merkel Nachfolge an der CDU Spitze

Nach dem Ausflug auf dem Hamburger Ökomarkt ging es anschließend in Richtung Hotel Atlantik. Dort tagt heute der CDU-Vorstand. Übrigens, auf die Frage, wen denn morgen die Frau Klöckner als neuen CDU-Parteivorsitzende(n) wählen werde, antwortete sie „Das werde ich Ihnen sicher nicht sagen, da das eine geheime Wahl ist“.