Agrar-Politik

Missernte 2018
Kommt am Montag ein Hilfspaket für die von Missernte betroffenen Landwirte?

Getreide

Pflanzen brauchen Wasser zum Wachstum. Davon gab es in diesem Erntejahr nicht viel.

Bild: Pixabay

Auf Einladung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner treffen sich Montag in Berlin erneut die Vertreter von Bund und Ländern. Wird bei diesem Treffen ein Maßnahmen- und Hilfspaket geschnürt?

Aufgrund der Auswirkungen der starken Trockenheit können bereits jetzt landwirtschaftliche Betriebe Ausnahmeregelungen im Bereich Futternutzung von Zwischenfrüchten und Bracheflächen sowie Sonderregelungen für Ökobetriebe in Anspruch nehmen.

Insgesamt trifft den Deutschen Landwirten ein Schaden in Milliardenhöhe, der viele Betriebe die Existenz kosten kann.

Die lange Trockenheit und deutlich höheren Temperaturen haben vielerorts zu starken Ertragseinbußen geführt, konstatiert Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk. "Die Gesellschaft darf in einer solchen Situation nicht wegsehen, hier müssen wir reagieren“, so der Minister.

Die Getreide- und Rapsernte ist mittlerweile abgeschlossen – zwei bis drei Wochen früher als üblich. Aufgrund der extremen Trockenheit der vergangenen Monate erwartet der Deutsche Raiffeisen Verband eine Getreideernte von 36,3 Millionen Tonnen. Das ist der niedrigste Wert seit 1994. 

"Ich bin sehr besorgt über die Auswirkungen der Dürre, unter der viele Bauern vor allem im Norden und im Osten Deutschlands leiden müssen," sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Dennoch könne erst über Finanzhilfen aus dem Bundeshaushalt entschieden werden, wenn das genaue Ausmaß fest stehe, sagte Klöckner Ende Juli im Rahmen eines Treffen des Bundeskabinett zur Erntesituation.

Nun treffen sich am Montag erneut Bund und Länder, um die Lage zu sondieren. Viele Ernteergebnisse aus den Ländern liegen bereits vor. Können die Landwirte am Montag mit finanzieller Unterstützung aus dem Bundeshaushalt rechnen? Bauernpräsident Joachim Rukwied hatte zuletzt mehrfach zügige Hilfen eingefordert.

"Die anhaltende Dürreperiode bedroht viele Landwirtsfamilien in ihrer Existenz. Tierhalter wissen nicht, wie sie ihre Tiere noch ernähren sollen - egal ob ökologisch oder konventionell. Es fehlt Futter und Geld. Die Verzweiflung ist mit Händen zu greifen," stellt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gitta Connemann, fest. "Die Familien auf den Höfen verdienen unsere Solidarität und Hilfe," so Connemann weiter.

Es gibt allerdings auch Stimmen, die ein Hilfspaket für Landwirte ablehnen. Grünen Fraktionsvorsitzender Anton Hofreiter warf den Bauern "pauschales Handaufhalten" vor und erteilte finanziellen Hilfen eine Absage.

Gitta Connemann kritisierte die Grünen daraufhin scharf. "Bauernfamilien, die aufgeben müssen, scheinen ihnen egal zu sein, wenn es keine Biobetriebe sind," sagte sie entrüstet und warf den Grünen Zynismus und Zwei-Klassen-Denken vor.

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