Agrar-Politik

GAP nach 2020
Niedersachsen: Naturschutz gezielt fördern

 Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast, Umweltminister Olaf Lies

Den Naturschutz im Blick: Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (6. von links) und Umweltminister Olaf Lies (4. von links) tauschten sich heute mit Vertreterinnen und Vertretern von fünf Verbänden aus.

Bild: Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU nach 2020 und hier insbesondere die Umweltleistungen der landwirtschaftlichen Betriebe waren Thema eines Gesprächs von Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und Umweltminister Olaf Lies mit fünf Verbänden.

Der Einladung der beiden Minister gefolgt waren Vertreter des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sowie das Landvolk Niedersachsen.

Hintergrund war ein Positionspapier von NABU, BDM und AbL, das den Ministern am Rande des Januar-Plenums des niedersächsischen Landtages überreicht wurde.

In dem Gespräch betonten Ministerin Otte-Kinast und Minister Lies, wie wichtig es sei, sich über Inhalte auszutauschen – auch, wenn man nicht immer die gleichen Positionen vertrete. Die Minister gaben Einblicke in aktuelle Diskussionsstände zum Bereich „Landwirtschaft und Umweltschutz“ sowie bei den Verhandlungen zur Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU nach 2020.

Für die kommende Förderperiode werden den Ländern neue Gestaltungsmöglichkeiten zugebilligt, so die Ministerin. Barbara Otte-Kinast: „Niedersachsen wird die Spielräume auch für mehr Umwelt- und Klimaschutz nutzen und damit zur Stärkung der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft beitragen.“

Zu diesem Zweck sollen die Agrarumwelt- und die Vertragsnaturschutzmaßnahmen weiterentwickelt werden. Für die Pflege von Naturschutzflächen sehen die Vorschläge der EU-Kommission außerdem gesonderte Möglichkeiten vor, zum Beispiel in Form der Natura-2000-Prämie. Niedersachsen plant hierfür weiterhin gezielt Fördermittel ein.

Minister Lies: „Die gesellschaftlichen Erwartungen an die Landwirtschaft sind hoch. Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik müssen z.B. umwelt- und naturverträgliche Bewirtschaftungsmethoden deutlich stärker gefördert und finanziell besser honoriert werden als bisher. Die aktuellen Kommissionsvorschläge zur GAP-Reform sehen diese Möglichkeit ausdrücklich vor. Es ist jetzt Sache der Mitgliedstaaten, trotz der schwierigen Rahmenbedingungen durch Kürzung der Finanzmittel der EU – unter anderem aufgrund des anstehenden Brexits – zu einer umwelt- und naturverträglichen Ausgestaltung der derzeit verhandelten Regelwerke auf EU-Ebene und nationaler Ebene beizutragen. Die niedersächsischen Ministerien werden hierzu gemeinsam ihren Beitrag leisten.“

Beide Minister betonten, dass die Familienbetriebe eine der tragenden Säulen der niedersächsischen Landwirtschaft darstellen. Ihren Erhalt auch für künftige Generationen zu sichern sei ein wichtiges Ziel der Landesregierung.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz