Bio, Ökolandbau & Umwelt

Landleben mitten in Berlin
Soldarische Landwirtschaft in der Stadt

speisegut Pflanzmaschine

Die Teilnehmenden der „SoLaWi“ packen mit an, damit die Pflanzen in die Erde kommen.

Bild: Maik Wiesegart – freiwerk.de

Christian Heymann ist 33 und hat Erfahrung in der Landwirtschaft, als er 2013 seine eigene Geschäftsidee verwirklicht und „SpeiseGut“ gründet. SpeiseGut ist ein ökologisch bewirtschafteter landwirtschaftlicher Betrieb, aber nicht im herkömmlichen Sinne.

Eine klassische Hofstelle sucht man vergebens, statt plattem Land, erhebt sich neben den Feldern die Großstadt Berlin. Heymanns Überzeugung ist, auch stadtnah ökologische Lebensmittel erzeugen zu können und zwar gemeinsam mit den „Großstadtkindern“.

„Ich möchte den Menschen Werte vermitteln und zeigen, was hinter dem fertigen Produkt alles steht“, erklärt der Betriebsleiter.

Zu Beginn des Projekts sah allerdings noch nicht alles so rosig aus. Dem ambitionierten Macher standen gerade einmal 2.000 Euro Ersparnisse zur Verfügung, die er zur Hälfte in Saatgut und zur anderen Hälfte in den Markenschutz des Namens „SpeiseGut“ steckte.

Es musste also ein Plan her, der den wirtschaftlichen Erfolg sicherte und der gleichzeitig mit Heymanns ideellen Vorstellungen vereinbar war. Seine Lösung: Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi).

„Die Teilnehmenden zahlen dem Bauern für ein Jahr Geld und nehmen die Ernte ab. Der Bauer hat also die Sicherheit, dass seine Ware hochwertig vermarktet wird – quasi ein Abomodell für Biogemüse“, freut sich Heymann noch heute über seine Idee.

Lauchzwiebeln  Ernte SoLaWi

Eine gute Ernte belohnt die Kundinnen und Kunden für ihren Einsatz in der „SoLaWi“.

Bild: Maik Wiesegart – freiwerk.de

Aber auch die musste erst einmal wachsen und das Vertrauen der Kundschaft gewinnen. Jetzt, nach 5 Jahren SpeiseGut, kann Christian Heymann – Dank 300 Teilnehmenden – Investitionen in die Zukunft tätigen und langfristig planen.

Vom Modell der „SoLaWi“ ist er noch immer begeistert, denn das partnerschaftliche Verhältnis von Bauer und Kunde, das gegenseitige Geben und Nehmen und die gemeinsame Leidenschaft für den Wert von selbsterzeugtem Biogemüse sind ganz nach Heymanns Geschmack.

Packen die Mitglieder gerade einmal nicht selbst auf dem Feld mit an, können sie ihre Gemüsekisten in Depots in Berlin und Potsdam abholen, denn das frisch geerntete Gemüse wird dreimal pro Woche mit klimafreundlichen Elektroautos ausgeliefert.

Quelle: oekolandbau.de