kulinarisch

Ernährungswissen verbessern
Landfrauen setzen auf praxisorientierte hauswirtschaftliche Bildung

Auf der Grünen Woche richteten die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband ihren Fokus auf eine praxisorientierte Ernährungsbildung von klein auf statt einer Reformulierung von Lebensmitteln. 

Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke, Frühstückscerealien, Joghurt- und Quarkzubereitungen oder Tiefkühl-Pizzen enthalten oft sehr viel Zucker, Salz oder Fett. Diese Inhaltsstoffe will das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) reduzieren – die nationale Reduktionsstrategie soll gemeinsam mit der Lebensmittelwirtschaft und dem Lebensmitteleinzelhandel auf freiwilliger Basis umgesetzt werden.

„Wir halten es nicht für sinnvoll, allein die Rezepturen von Lebensmitteln so zu verändern, dass weniger Zucker, weniger Fett und weniger Salz vorgeschrieben werden“, sagt Landesbäuerin Anneliese Göller. Dies könne aus Sicht der Landfrauen eine sinnvolle Lebensmittelauswahl nicht ersetzen. Bei einer gesunden Ernährung gehe es auch darum, wie häufig Fertiglebensmittel oder gesüßte Getränke verzehrt werden. 

„Wir sehen den wichtigsten Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährungsweise in der praxisorientierten hauswirtschaftlichen Bildung“, betont die Landesbäuerin. Dabei spielten die Ernährungsbildung und die Vermittlung weiterer hauswirtschaftlicher Kenntnisse die Hauptrolle und sollten aus Sicht der Landfrauen in Kindergärten, Schulen und in der Erwachsenenbildung fest etabliert werden. Anneliese Göller betont: „Unser Ansatz geht in die Richtung ´Wissen ist Macht´! Wer sich bei Lebensmitteln auskennt, kann leichter eine Auswahl treffen und seine Mahlzeiten auch selbst zubereiten. Genau das ist unser Ziel. Wir wollen letzten Endes, dass jeder selbst entscheiden kann, was er einkauft und isst.“ 

Auf dem Weg zum mündigen Verbraucher sehen die Landfrauen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche wie Kindertagesstätten, Kindergärten und Schulen als wichtige Partner für das Themenfeld Ernährung und Hauswirtschaft an. Die Landfrauen setzen sich daher schon seit Jahren für die Vermittlung von „Alltagskompetenzen und Lebensökonomie“ im Schulunterricht aller allgemeinbildenden Schulen ein. 

Bereits im Mai 2016 haben sich die Landfrauen kritisch gegenüber der Ampelkennzeichnung und der Besteuerung bestimmter Nährstoffe wie Zucker oder Fett zur Förderung einer gesunden Ernährung ausgesprochen. Die Landfrauen sehen darin die Gefahr der starken Vereinfachung und lehnen diese ab. In der Besteuerung bestimmter Nährstoffe als staatliches Regelungselement sehen die Landfrauen eine drastische Maßnahme, die einen Eingriff in die persönliche Freiheit des Verbrauchers bedeutet und lehnen dies ebenfalls ab. 

Quelle: Bayerischer Bauernverband