Landleben

Klöckner mit Videostatement
Aktionsbündnis will ländliche Räume als Kraftzentren stärken

Bundesministerin Julia Klöckner hat das Aktionsbündnis "Leben auf dem Land" gestartet. Partner sind der Deutsche Landkreistag, der Städte- und Gemeindebund sowie der Handwerksverband und die Industrie- und Handelskammern.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) will gemeinsam mit den vier Partnern unter dem Motto "regional vernetzt, gemeinsam stark" die ländlichen Regionen stärken.

Themen wie Digitalisierung, Bildungsinfrastruktur, Fachkräftesicherung, aber auch das Ehrenamt und regionale Wertschöpfung im ländlichen Raum sollen hervorgehoben werden. Das im Auftrag des BMEL vom Johann Heinrich von Thünen-Institut durchgeführte Monitoring Ländlicher Räume liefert im Online-Landatlas wissenschaftliche Datengrundlagen.

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner: "Die ländlichen Räume sind die Kraftzentren unseres Landes. Die Lebensqualität der Menschen und eine starke Wirtschaft liegen mir deshalb besonders am Herzen. Denn eines ist klar: Ländlicher Raum und Landwirtschaft gehören zusammen."

"Jeder unserer vier Partner hat langjährige Erfahrung und Strukturen, die die Menschen vor Ort erreichen. Diese Erfahrungen und Strukturen bringen wir erstmalig in einem Aktionsbündnis „Leben auf dem Land“ zusammen. Mit gebündelten Kräften wollen wir Lösungen zu den einzelnen Herausforderungen erarbeiten und das Aktionsbündnis mit Leben füllen. So werden wir die Lebensqualität verbessern und die Wirtschaft in den ländlichen Regionen stärken. Gemeinsame Initiativen und Projekten helfen uns, nicht nur für, sondern vor allem mit den Menschen in den ländlichen Räumen Potentiale zu nutzen und Perspektiven zu entwickeln," sagte die Bundesministerin.

Kommentare der vier Bündnispartner

Der Präsident des Deutscher Deutschen Landkreistages, Landrat Reinhard Sager: "Die Bundesregierung hat sich vorgenommen dafür zu sorgen, dass ländliche und städtische Räume gleichwertige Entwicklungschancen erhalten. Das gemeinsame Agieren der Akteure vor Ort ist für eine dynamische Entwicklung das A und O. Hier soll das Aktionsbündnis gezielte Impulse setzen. Es geht uns darum, die ländlichen Räume als Wirtschafts- und Lebensstandorte voranzubringen – um die Digitalisierung und Flexibilisierung von Angeboten, um den Ausbau des schnellen Internets, um die Sicher-stellung des öffentlichen Nahverkehrs auf Straße und Schiene auch in entlegeneren Gebieten, um attraktives Wohnen, eine flächendeckende medizinische Versorgung und passende Förderanreize bei Unternehmensansiedlungen. Wichtig ist, klarzumachen: Deutschland besteht überwiegend aus ländlichen Räumen, zwei Drittel der Menschen leben auf dem Land. Das sind Realitäten, die sich auch in der Setzung politischer Prioritäten niederschlagen müssen."

Der Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Dr. Uwe Brandl: "Es gilt noch mehr als bisher die Kommunen im ländlichen Raum und ihr Potenzial als Innovationsräume zu stärken. Innovationen und wirtschaftliche Stärke entstehen heutzutage vor allem dort, wo es eine leistungsstarke Breitbandversorgung gibt. Breitbandversorgung ist im 21. Jahrhundert das Fundament für Lebens- und Standortqualität und bildet die Voraussetzung für digitale Anwendungen zum Nutzen von Bürgern und Unternehmen. Ländliche Räume sind stark – sie bieten Aufenthaltsqualität und tragen einen großen Teil zur Wertschöpfung in Deutschland bei. Es muss uns aber gelingen, diese Regionen digital weiterzuentwickeln und fit für die Zukunft zu machen. Das Aktionsbündnis Leben auf dem Land ist eine ideale Plattform, um gemeinsam die nächsten Schritte zu gehen. Unser gemeinsames Ziel ist es, eben dieses Leben auf dem Land attraktiv zu erhalten, die Regionen zu stärken und zu Innovationsräumen auszubauen."

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hans-Peter Wollseifer: "Die ländlichen Regionen sind für das Handwerk wichtige Zukunftsräume. Handwerksbetriebe prägen in großer Vielfalt die Wirtschaft des ländlichen Raums und sichern dort maßgeblich die Versorgungsstrukturen und das gesellschaftliche Leben durch ihr Engagement in Vereinen und örtlicher Selbstverwaltung. Um diese Strukturen zu erhalten und einer Verödung ländlicher Räume vorzubeugen, müssen wir dieses Potenzial für die Zukunft sichern und weiterentwickeln. Dafür braucht es die richtigen Rahmenbedingungen für Investitionen. Flächendeckend muss moderne analoge wie digitale Infrastruktur bereitgestellt werden. Wenn die Handwerksbetriebe auf dem Land abgehängt sind, dann sind sie morgen weg und mit ihnen die Jobs und Ausbildungsplätze für junge Leute. Das Aktionsbündnis kann dazu beitragen, dass Unternehmer und Fachkräfte in den ländlichen Räumen Zukunftsperspektiven gestalten."

Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutscher Industrie- und Handelskammertags, Dr. Achim Dercks: "Gerade Deutschlands ländliche Regionen sind wirtschaftlich vielfältig. Wir haben starke ländliche Räume wie das Emsland oder den Bodenseeraum mit vielen Weltmarktführern aus der mittelständischen Industrie, pulsierende Metropolregionen und strukturschwächere Regionen mit einer wachsenden Tourismuswirtschaft. Deshalb ist das Aktionsbündnis für das Leben auf dem Land ein gutes Signal zur richtigen Zeit. Dabei sollte die Initiative die beiden drängendsten Themen der Regionen - den Fachkräftemangel und die Digitalisierung - in den Fokus nehmen. Nur mit qualifizierten Mitarbeitern und moderner Infrastruktur können digitale Produktions- und Dienstleistungsprozesse auch in der Fläche erfolgreich umgesetzt werden. Hinzu kommen eine gute Verkehrsinfrastruktur und ausreichende Nahversorgungsangebote - sie machen ländliche Räume auch für die Fachkräfte von morgen attraktiv."

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft