Obst-Gemüse-Weinbau

Spargel
Langsam geht es überall los mit Spargel aus heimischen Anbau

Spargelstangen in Kiste

Frisch gestochener Spargel.

Bild: VSSE e.V.

In einigen Regionen Deutschlands hat die Spargelernte bereits begonnen und in anderen steht man in den Startlöchern. Den Anfang machten bereits Anfang März die feinen, weißen Stangen von einzelnen beheizten Feldern.

In diesen Tagen beginnt die Spargelernte in ganz Niedersachsen, dem deutschen Hauptanbaugebiet. Jede vierte Stange kommt von dort. Schneeweiß, zart und verlockend präsentierte sich der erste Spargel der Saison 2018.

Laut Wetterprognosen werden die Erntemengen relativ schnell zunehmen, berichtet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Zum Saisonstart stand in diesem Jahr weniger Spargel zur Verfügung als 2017. Dennoch rechnet die Kammer landesweit mit guten Erträgen. 

Der nasse Winter hatte vielerorts zunächst dazu geführt, dass Flächen nicht befahrbar waren. Dank der Frostperiode und des trockenen Wetters ab März wurde das wieder gut möglich. 

„Wir hätten uns alle einen etwas früheren Saisonstart gewünscht, aber das Wetter hat nicht mitgespielt“, sagt Fred Eickhost von der Vereinigung der Spargelanbauer in Niedersachsen gegenüber dem Landvolk.

„Auf die Frostperioden im März hätten die Landwirte gern verzichtet, aber mit den rasant steigenden Temperaturen geht die Spargelernte nun richtig los“, sagt Eickhorst. Noch sind die verfügbaren Mengen recht klein, aber das wird sich bei ausreichender Wärme in den kommenden Tagen schnell ändern. 

Spargelqualität besser als vergangenes Jahr

„Die Spargelqualität wird 2018 nochmals besser als 2017 sein. Neben den klimatischen Bedingungen ist dies vor allem darauf zurückzuführen, dass Züchter bei der jahrelangen Sortenentwicklung von Spargelpflanzen noch stärker auf den Geschmack geachtet haben. Diese Spargelsorten sind nun erntereif“, erklärt Simon Schumacher, Sprecher des Verbands
Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer.

Dass bald überall reichlich Spargel geerntet wird, hat nach Ansicht der Fachleute der Landwirtschaftskammer zwei Gründe: Zum einen werden voraussichtlich weitere Anlagen gegen Ende April in die Ernte kommen. Zum anderen war der Winter ausreichend kalt für einen gleichmäßigen Austrieb.

Bis Ende März waren die Temperaturen in der Tiefe der Spargelkronen vielerorts noch im einstelligen Bereich. Erst wenn dort, in etwa 20 Zentimeter Tiefe, Temperaturen von zwölf Grad und mehr herrschen, treibt der Spargel aus. Dafür werden die kommenden warmen Tage sicherlich sorgen.

"Dass die Erntemengen voraussichtlich schnell zunehmen werden, hängt nicht nur mit dem Wetter, sondern auch mit modernen Anbaumethoden zusammen: Viele Betriebe haben in den zurückliegenden Jahren in zusätzliche Folientechnologie investiert. Mit deren Hilfe lässt sich das Wachstum des Edel-Gemüses beschleunigen und besser steuern," erklärt die Landwirtschaftskammer.

Neben der Abdeckung der Spargeldämme mit einer Lage Folie und den Feldern mit einem zusätzlichen transparenten Folientunnel über den Dämmen setzen Spargelbauern verstärkt auf eine Dreifachabdeckung: Dabei wird über die Tunnel, in denen die Dämme mit schwarzer Folie abgedeckt sind, noch eine weitere Folie aufgelegt.

Dadurch erwärmen sich auch noch die Laufwege zwischen den Tunneln und speichern zusätzlich die Wärme. Tunnel und Folie lassen sich neuerdings auch maschinell abheben – das spart Zeit und schont die Pflanzen.

Mehr Spargelanbaufläche

Rund 400 Betriebe setzen in Niedersachsen auf den Anbau von Spargel. Nach Angaben des Statistischen Landesamts in Hannover wurden 2017 auf rund 5.200 Hektar genau 29.962 Tonnen des Saisongemüses geerntet. Ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Außerdem kamen vergangenes Jahr noch knapp 1.000 Hektar Spargel-Neuanpflanzungen hinzu. Zu den Zentren des niedersächsischen Spargelanbaus zählen die Regionen rund um Nienburg, Lüneburg, Uelzen sowie das Osnabrücker Land.

Bis zum 24. Juni gibt es Spargel ab Hof, an Verkaufsständen und auf den Wochenmärkten. Aber auch Supermärkte und Discounter haben es längst im Angebot. „Dadurch haben viele niedersächsische Betriebe in den vergangenen Jahren einen Wachstumsschub erfahren und ihre Flächen ausgeweitet“, erklärt Fred Eickhorst.

Er geht aber davon aus, dass inzwischen eine weitgehende Sättigung erreicht ist und die Spargelanbaufläche nicht weiter wächst.

Für die Region um Berlin und Brandenburg wurde in Beelitz am Donnerstag offiziell die Spargelsaison eröffnet. Auch in Mecklenburg-Vorpommern steht jetzt spargelstechen an. 

Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, hat heute die Spargelsaison offiziell eröffnet und sagte: „Bei allem Genuss ist nicht zu vergessen, dass die Spargelernte nach wie vor reine Handarbeit und damit ein Kraftakt ist. Deshalb schätze ich das Engagement der Spargelbauern und ihrer Saisonkräfte hoch ein."