Pflanzenbau

Saatgutbehandlung nach dem E-Pura Verfahren
BayWa investiert 2,4 Millionen Euro in elektronische Saatgutbehandlung

Getreide

Saatgutbeizung nach dem E-Pura Verfahren.

Bild: Deborah Weber / pixelio.de

Die BayWa AG investiert in Ostdeutschland 2,4 Millionen Euro in eine neue Anlage für elektronische Saatgutbehandlung nach dem etablierten E-Pura Verfahren.

Der Münchener Handels- und Dienstleistungskonzern bedient damit die steigende Nachfrage der Landwirte nach innovativen Pflanzenschutztechnologien. Die neue Anlage ist mobil und soll an mehreren BayWa-Standorten in der Agrarspartenregion Ost eingesetzt werden.

Die elektronische Saatgutbehandlung ist eine Alternative zur chemischen Beizung. In der vom Fraunhofer Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) entwickelten Technologie werden keine chemischen Pflanzenschutzmittel verwendet.

Elektronenbehandeltes Saatgut ist sowohl für den konventionellen als auch für den ökologischen Landbau geeignet. Das Verfahren wird aktuell bei Getreidekulturen wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Triticale, aber auch bei der Behandlung von Mais und Leguminosen eingesetzt.

„Umweltaspekte werden bei Landwirten immer relevanter, da es mehr gesetzliche Beschränkungen und höhere gesellschaftliche Erwartungen an die Landwirtschaft gibt“, sagt Gunter Frohs, der den Bereich Saatgut in der Spartenregion Ost leitet. „Die Technologie wird sehr gut angenommen“.

Seit 16 Jahren wird in der BayWa Agrarspartenregion Ost Saatgut elektronisch behandelt. Nun wird die bisherige Anlage durch eine moderne, mobil einsetzbare ersetzt. Im Jahr 2018 wurden rund 16.000 Tonnen Saatgut in Deutschland mit Elektronen behandelt. In 2019 soll diese Zahl erstmals auf 25.000 Tonnen steigen – auch dank der neuen Anlage.

„Der Trend in der Saatgutproduktion ist eindeutig – nachhaltige Produktion und die Vermeidung des Einsatzes von chemischen Wirkstoffen nehmen an Bedeutung zu“, sagt André Weidauer vom Fraunhofer Institut.

„Die Elektronenbehandlung von Saatgut erreicht nachweislich die gleichen Erträge wie konventionelle Saatware. 98 Prozent der Landwirte, die einmal elektronenbehandeltes Saatgut im Einsatz hatten, bauen dieses erneut an.“

Durch die nicht vorhandenen Gefahrstoffauflagen könne elektronenbehandeltes Saatgut außerdem flexibel gelagert und eingesetzt werden. Zudem sei es möglich, Saatgutreste als Futtermittel zu verwenden. Preisunterschiede zum chemischen Verfahren gebe es nicht.

Elektronische Saatgutbehandlung nach E-Pura Verfahren

Bei der elektronischen Saatgutbehandlung werden durch einen Generator Elektronen beschleunigt und gezielt in die Samenschale des Korns gelenkt.

Der Aufprall sorgt für eine Energieabgabe, Krankheitserreger wie beispielsweise Roggenstängelbrand oder Fusariumarten werden dadurch vollständig abgetötet und können keine Resistenzen bilden.

Da bei diesem Prozess keine Wärme entsteht, wird die Keimfähigkeit nicht beeinträchtigt. Für eine erfolgreiche Behandlung muss jedes Saatkorn einzeln dem Generator zugeführt werden, so dass die gesamte Oberfläche jedes Korns behandelt wird.

Quelle: BayWa AG