Landtechnik

Wochenblatt-Chefredakteur beim AgrarForum Westmünsterland
Smarter und effizienter statt höher, schneller, weiter

 Agrarforum Schulze Steinmann

Beim diesjährigen AgrarForum Westmünsterland drehte sich alles um das Thema Digitalisierung.

Bild: Stephan Wolfert / WLV

Beim diesjährigen AgrarForum Westmünsterland drehte sich alles um das Thema Digitalisierung. Wochenblatt-Chefredakteur Matthias Schulze Steinmann zum Thema „Drescher, Drohnen, Datenbündel. Was bringt die Zukunft für die Landwirtschaft?“

Die Gastgeber des AgrarForum Westmünsterland konnten 170 Besucher in Rhede-Vardingholt begrüßen. Das Publikum lauschte gespannt dem 45-minütigen Referat von Matthias Schulze Steinmann.

Der Wochenblatt-Chefredakteur trug vor zum Thema „Drescher, Drohnen, Datenbündel. Was bringt die Zukunft für die Landwirtschaft?“ Sein Fazit: „Das nächste große Ding wird nicht höher, schneller, weiter. Sondern: Effizienter, smarter, ressourcensparender.“

Dass gerade die hiesige Landwirtschaft beim Thema Digitalisierung weiter ist als viele andere Branchen, stellte Schulze Steinmann auch in seinem Vortrag heraus. Landwirte haben heutzutage immer mehr Daten im Blick und haben sie übers Smartphone jederzeit abrufbar.

Einschränkende Bedingung: Eine gute Übertragungsgeschwindigkeit, was auf dem Lande noch zu selten der Fall ist, so Schulze Steinmann: „In Rumänien haben sie hinter jeder Milchkanne schnelles Internet. In Deutschland sind wir da noch weit zurück. Das muss sich schnellstmöglich ändern.“

Als weiteren wunden Punkt nannte er das Thema „Datenhoheit“: „Ich würde mir als Betriebsleiter sehr genau überlegen, wem ich meine Daten zur Verfügung stelle.“ Sein Rat: „“Ich würde an Ihrer Stelle für Angebote lieber Geld bezahlen und dann genau wissen, was mit meinen Daten passiert.“

Aus Sicht von Schulze Steinmann lässt sich der Digitalisierungstrend nicht mehr aufhalten, er beinhalte zudem auch mehr Chancen als Risiken. Beispiel Pflanzenschutz: Zum einen biete die immer besser werdende Sensorik die Chance, die eingesetzten Wirkmengen deutlich zu reduzieren: „In wenigen Jahren werden wir Pflanzenschutzspritzen haben, die mittels einer ausgeklügelten Kameratechnik und Software an den Blättern der Einzelpflanze erkennen können, ob diese gegen eine Erkrankung ein Mittel braucht oder nicht.“

Zudem werde die Robotik es zukünftig ermöglichen, durch mechanische Unkrautbekämpfung den Einsatz von Chemie in einigen Fällen sogar ganz zu ersetzen. So lasse sich die Technisierung der Landwirtschaft auch zur Akzeptanzsteigerung nutzen.

Auf eine Frage aus dem Publikum antworte Schulze Steinmann, dass der Strukturwandel durch die Digitalisierung nicht abnehmen werde. Aber für einige kleinere Betriebe ergebe sich auch die Chance, Nischen zu besetzen, zum Beispiel über den Online-Handel mit eigenen besonderen Angeboten.

„Altes bewahren und für Neues offen sein. Maß und Mitte bleibt dabei die entscheidende Herausforderung, um als Bauer auch noch Mensch zu bleiben,“ so das abschließende Fazit von Heinrich Emming.

Quelle: Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.