Tierhaltung

Weidetierhaltung durch den Wolf in Gefahr
Bauern in Mecklenburg-Vorpommern fordern Schutzstatus für Weidetierhaltung

Schafe Weide

Zuletzt Nachdem wurden Ende Oktober im Landkreis Ludwigslust-Parchim ein Wolfsübergriff mit 34 getöteten und mindestens 11 verletzten Schafen gemeldet.

Bild: Pixabay

Der Wolf darf nicht über das Leben der Weidetiere und die Sicherheit im Ländlichen Raum gestellt werden. Der Landesbauernverband sowie der Landesschaf- und Ziegenzuchtverband fordern Konsequenzen.

Der letzte Wolfsangriff im Landkreis Ludwigslust-Parchim mit 34 getöteten Schafen sowie die bisherige Zahl der nachgewiesenen oder vermuteten Übergriffe und die hohe Zahl der dabei getöteten, verletzten und oder in Panik geflüchteten Tiere, legt die Vermutung nahe, dass es sich nicht mehr nur um Übergriffe einzelner durchziehender Wölfe handelt.

Vertreter von Bauernverband und Schafzuchtverband gehen davon aus, dass es sich um inzwischen im Land etablierte Rudel handelt. 

Schaf- und Ziegenzüchter in Sorge

„Uns geht es nicht nur um den finanziellen Schaden. Es ist immer wieder ein Schock für die Tierhalter, wenn sie morgens auf der Weide die toten Tiere oder schwer verletzte Tiere finden, die dann getötet werden müssen," sagt Jürgen Lückhoff, Vorsitzender des Landesschaf- und Ziegenzuchtverbandes.

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Da gibt es schon Tierhalter, die resigniert fragen: Macht das Ganze noch Sinn, wie oft sollen wir täglich und nachts die Herden an den verschiedensten Standorten kontrollieren?“ 

Der Vorfall in Ludwiglust-Parchim, der Riss im Landkreis Rostock sowie die Ereignisse der letzten Jahre zeigen, dass  eine Gesetzesänderung nötig ist.

"Der Schutzstatus des Wolfes muss von `streng geschützt´ auf `geschützt´ zurückgeführt werden. Nur so ist ein wirkungsvolles Wolfsmanagement möglich“, betont Landwirt und Vizepräsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern Dr. Manfred Leberecht mit Sorge um die Zukunft der Weidetierhaltung im Bundesland. 

Entschädigung bei Rissen

Das Land entschädigt die Tierhalter nur, wenn sie die geforderten Maßnahmen zum Grundschutz ihrer Tiere vorgenommen haben.

Diese Maßnahmen werden mit bis zu 75 Prozent vom Land gefördert, allerdings mit einer Obergrenze in einem festen Zeitraum. Für viele Tierhalter ist aber weder der eigene finanzielle Beitrag leistbar, noch sind die örtlichen Voraussetzungen immer so, dass die geforderten Maßnahmen auch umsetzbar sind.

Die Verbände hoffen, dass die Unterstützung des Landes mit der Novellierung der Förderrichtlinie Wolf ab 2019 verbessert wird. Die erhebliche zusätzliche Arbeit wird den Schafhaltern nicht erstattet.

Allein der Unterhalt für einen Herdenschutzhund wird im Jahr mit 1.500 bis 2.500 Euro angegeben – ohne die Anschaffung der Hunde. 

Änderung des Schutzstatus nötig

Die Verbände sehen dringenden und wesentlichen Handlungsbedarf auf Bundesebene. So komme die Bundesregierung ihren Verpflichtungen, z. B. aus der Koalitionsvereinbarung, bisher nicht ausreichend nach, bemängeln die Verbandsvertreter.

"Auffällige Wölfe müssten unverzüglich und auf einer einheitlichen Rechtsgrundlage entnommen werden. Und zwar nicht erst, wenn sie wiederholt Schaden angerichtet und womöglich ihre Jungtiere bereits angelernt haben," so deren Forderung.

Auch müsse man die Vorgaben internationaler, europäischer, bundes- und landesrechtlicher Rechtsvorschriften überprüfen und der heutigen und künftigen Situation anpassen.

Landwirt Manfred Leberecht, der selbst Mutterkühe im aktuell betroffenen Landkreis hält, stellt klar, dass ein Schutzstatus für Weidetiere und Menschen wichtiger sein muss, als eine ungehinderte Ausbreitung des Wolfes.

„Es darf nicht sein, dass der Wolf über das Leben unserer Nutztiere und die Sicherheit im Ländlichen Raum gestellt wird,“ sagt er.
 
Dr. Manfred Leberecht und Jürgen Lückhoff sind sich einig: „Der Schutz unserer Tiere ist nur bedingt möglich. Eine hundertprozentige Sicherheit wird es nicht geben.“

Quelle: Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.