Tierhaltung

Schweinepreis
Der ISN rät Schweinehalter von Verkäufen an die vier Großen ab

Schweinestall

Schweinemastbetriebe haben es nicht leicht, die Schweinepreise werden immer wieder gedrückt.

Bild: Pixabay

Wenn man denkt der Preis geht nicht tiefer, haben sich Schweinehalter getäuscht. Mit Hauspreisen drücken derzeit Tönnies, Vion, Westfleisch und Danish Crown die Preise. Die ohnehin schon geplagten Erzeuger sollen auf Spur gebracht werden.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) kritisiert auf ihrer Internetseite "führende Schlachtunternehmen", die derzeit ihre Marktmacht ausnutzen und mit einem "Haustarif" den Schweinepreis nach unten drücken.

Sie beklagten zuvor, dass die Erzeuger nicht mehr mit weiter sinkenden Preisen mitspielen. Der ISN spricht in seinem Aufruf gar von einem "Handelskrieg" und meint nicht die große Weltbühne und "nicht einen US-Präsidenten gegen den Rest der Welt, sondern die vier größten Schweineschlachtunternehmen im Kampf um den niedrigsten Einkaufspreis für den Rohstoff Schwein."

Angesprochen fühlen dürfen sich die Großschlachter Vion, Tönnies, Westfleisch und Danish Crown. Das ganze Jahr hindurch gab es "Uneinigkeiten in Zusammenhang mit den Auszahlungspreisen für Schlachtschweine. Auf der einen Seite stand ein übersichtliches Lebendangebot mit überschaubaren Stückzahlen und auf der anderen Seite ein Fleischgeschäft, das hinter den Erwartungen zurückblieb," so der ISN.

In den ersten Augusttagen zahlten die vier Großen "einhellig einen Hauspreis von 1,44 €, während die Notierung bei 1,47 € festgestellt worden war. Tönnies hatte vorgelegt und die anderen – wie angekündigt – nachgezogen," stellten die Schweinehalter fest.

Damit standen mehr als 60 Prozent geballte Macht der Abnehmer gegen unzählige Einzelunternehmen. Die Notierung für Schlachtschweine war nicht zu halten und gab auf das Ausgangsniveau von 1,44 € nach, aus Erzeugersicht völlig unverständlich.

Dann geschah folgendes erklärt der ISN: "Parallel klingelten bei den Erzeugern die Telefone, die Vermarkter suchten nach Partien schlachtreifer Schweine, was sich auch im heutigen Auktionsergebnis zeigte. Die amtlichen Schlachtzahlen belegen die unterdurchschnittlichen Stückzahlen bei rückläufigen Schlachtgewichten. Zudem erreichte uns die Erfolgsmeldung zur Öffnung des mexikanischen Marktes für deutsches Schweinefleisch, die erste Lieferung aus dem Hause Tönnies sei bereits unterwegs. Wie passt das mit Hauspreisen zusammen?" - fragt sich der ISN.

Der Verband stellt eine zunehmende Marktmacht eines einzelnen Schlachtgiganten fest, an der sich die anderen Großen orientieren: "Akzeptiert Tönnies die Notierung nicht und zahlt einen Hauspreis, schließen sich andere an. Sogar die genossenschaftliche Westfleisch will keinesfalls im Abseits agieren und ist mit dabei," heißt es vom ISN.

Ob sich die Notierung der VEZG für Schlachtschweine also durchsetzen kann, ist anscheinend maßgeblich von der Lebendviehversorgung der Tönniesstandorte abhängig. "Bemerkenswert standhaft ist der Mittelstand und zeigt Unmut bezüglich der Handelspraktiken des Marktführers. Bei Hauspreisen bleibt der Mittelstand meist außen vor und hält sich im Umgang mit den Lieferanten an die getroffenen Vereinbarungen," stellt der ISN immer wieder fest.

"Hauspreise der Marktführer stellen somit für die mittelständischen Schlachtunternehmen einen Wettbewerbsnachteil und eine enorme Belastungsprobe dar," meint der ISN. Daher deren Appell: "Prüfen Sie, nicht nur jetzt, eine Vermarktung an den preistreuen Mittelstand." Der ISN ruft damit seine Mitglieder auf, bei vertraglichen Bindungen gegenüber den Großen vorsichtig zu sein und das Vertrauen lieber in den Mittelstand zu nsetzen.