Tierhaltung

Tierwohllabel kommt
Klöckner will dreistufige Tierwohl Kennzeichnung

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat Eckpunkte für das geplante staatliche Tierwohllabel für Fleisch im Supermarkt vorgestellt.

Tierwohllabel soll laut Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner freiwillig erfolgen. Sie erklärt: "Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit den Verbänden wichtige Fortschritte gemacht haben, um bald eine nationale - und damit automatisch freiwillige - Tierwohl-Kennzeichnung, aber mit verpflichtenden Kriterien einzuführen."

Die Kennzeichnung für bessere Haltungsbedingungen soll drei Stufen haben, teilte das Ministerium mit. Dabei solle die Eingangsstufe "eindeutig über dem gesetzlichen Standard" liegen.

Welche Auflagen die Bauern bei der Tierhaltung im einzelnen für die verschiedenen Einstufungen einhalten müssen, wurde zunächst noch nicht mitgeteilt, es wird zum Beispiel um größere Ställe, bessere Schlachtbedingungen und regelmäßige Fortbildungen der Landwirte gehen.

Klöckner wies darauf hin, dass "auch das erfolgreiche Bio-Siegel ein freiwilliges Siegel und niemand gezwungen sei mitzumachen. Aber wer es nutzt, muss überprüfbar höhere Kriterien erfüllen."

So will die Ministerin "ein Mehr an Tierwohl sichtbarer machen und den Verbrauchern eine verlässliche Orientierung geben, wieviel Tierwohl in den Produkten steckt." Eine mögliche Diskriminierung nicht teilnehmender Landwirte die nur den "vorgeschriebenen Mindeststandard bei der Tierhaltung einhalten" schloss Klöckner aus. Das Label soll aber so attraktiv werden, "dass viele Landwirte mitmachen und sich dadurch die Haltungsbedingungen der Nutztiere spürbar verbessern."

Die Verbraucher sollen an der Kasse entscheiden, was ihnen Tierwohl wert ist. "Unsere Kennzeichnung wird klar, wahr und verlässlich sein" sagte Klöckner.

Deutschland solle eine "Spitzenposition beim Tierwohl in der Nutztierhaltung einnehmen." Und darüber hinaus Vorbild für eine EU-weite Haltungskennzeichnung werden. "Somit kann Deutschland - wie Dänemark oder Holland auch - national starten mit einem Mehr an Tierwohl und sich europäisch für eine erweiterte allgemeine Haltungskennzeichnung einsetzen," sagte die Ministerin. 

Der Einstieg sollte nun schnell erfolgen, "wenn alle an einem Strang ziehen und nicht auf Zeit spielen."

Quelle: BMEL