Tierhaltung

Sensortechnik im Stall
Sensoren in der Nutztierhaltung

Technik an Kuh

(K)eine Gefühlssache - EuroTier präsentiert entsprechend ihres Leitthemas „Digital Animal Farming“ das internationale Know-how.

Bild: DLG e. V.

Jeder kennt das: Eine leichte Brise bei hohen Temperaturen wirkt angenehm. Ist es kalt, lässt der Wind frösteln. Das Thermometer zeigt unbestechlich Gradzahlen. Wie das (Stall-)Klima jedoch empfunden wird, ist eine andere Angelegenheit.

Fachleute sprechen von dem „Wind-Chill-Effekt. In der Tierhaltung wird dieser Faktor berücksichtigt. Im Schweinestall ist eine Strömungsgeschwindigkeit von maximal 0,2 Metern pro Sekunde (m/s) der Richtwert. Steigen im Sommer die Außentemperaturen, sind 0,6 m/s vorübergehend erlaubt, allerdings nur in Abteilen mit erwachsen Tieren.

Das Stallklima wird von mehr als der „Windgeschwindigkeit“ beeinflusst. Zentrale Parameter sind Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Licht und Schadstoffe. Doch wie weiß der Landwirt, ob alles im Lot ist? „Habe ich im Gefühl“, ist für professionelle Tierhalter keine Antwort.

Die Lösung bringen Sensoren, die zumindest sprachlich, etwas mit Gefühl zu tun haben. Der Begriff leitet sich vom lateinischen „sentire“, (deutsch: „fühlen“) ab. Damit hat sich es aber schon mit Gefühlen. Sensoren liefern über alle Nutztierarten hinweg objektive Informationen oder vielmehr Daten, aus denen der Landwirt seine Info zieht.

Beispiel Luftfeuchtigkeit: Ist sie zu niedrig, schadet das dem Atmungsapparat der Tiere, zu hoch ist ebenfalls nicht gut, es kondensiert Wasser im Stall. Das fördert wiederum Schimmelpilze und Korrosion.

Um die sich gegenseitig beeinflussenden Parameter im Idealbereich zu halten, kommen Tierhalter nicht an vernetzten Systemen vorbei, mit denen sich das Stallklima messen und steuern lässt. Die EuroTier 2018 präsentiert entsprechend ihres Leitthemas „Digital Animal Farming“ dafür das internationale Know-how.

Rinder, Schweine, kleine Wiederkäuer wie Schafe und Geflügel stellen an ihre Umgebung unterschiedliche Ansprüche. Sensoren erfassen diese. Der Landwirt erkennt frühzeitig, wenn etwas nicht stimmt und kann rasch handeln, was gerade für Schadstoffe sehr wichtig ist.

Während Sensoren für Stallklima und Lichtmanagement dem gesamten Bestand dienen, ermöglichen spezielle Sensoren ein Monitoring des Einzeltieres. Erstaunlich, was alles machbar ist und es kommen regelmäßig neue Anwendungen dazu.

Zum guten Standard zählen die Identifizierung des jeweiligen Tieres und dessen Aktivität einschließlich Bewegungsprofil und Fressverhalten. Physiologische Daten wie der PH-Wert des Pansens oder Körpertemperatur können ohne weiteres erfasst werden.

Die „Überwachung im besten Sinne“ ist über den gesamten Lebens- respektive Nutzungszyklus eines Tieres möglich. Milch, Fleisch, Eier und andere Produkte werden ohnehin entlang der Wertschöpfungskette geprüft. In modernen Milchviehbetrieben wird die Milchqualität inzwischen per Sensor gecheckt.

Die rasante Entwicklung nimmt an Fahrt auf. „Künstliche Intelligenz wird auch in der Landwirtschaft vollkommen neue Optionen schaffen“, erläutert Prof. Dr. Wolfgang Lücke, Präsident der Universität Osnabrück. Der Sachverstand des landwirtschaftlichen Unternehmers entscheidet ob und wie sie zum Einsatz kommt.

Sensoren, sei es für den gesamten Stall oder das Einzeltier, lassen sich in bestehende Anlagen integrieren. Steht ein Neubau an, sollten die Landwirte die „digitalen Fühler“ unbedingt in das Konzept aufnehmen. In beiden Fällen steht bereits jetzt fest: Wer wissen will, was die Zukunft des Digital Animal Farming bringt, ist auf auf EuroTier 2018 vom 13. bis 16. November auf dem Messegelände in Hannover genau richtig.

Für die EuroTier 2018 haben sich bereits mehr als 2.200 Aussteller aus 60 Ländern angemeldet. Interessenten finden ausführliche Informationen hier im Internet und die Informationen über alle DLG-Messen hier.

Quelle: DLG e. V.