20 Prozent Ökolandbau gefordert
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft fordert Umbau von Landwirtschaft und Ernährung

(Bild: EU-Kommission)

20 Prozent Ökolandbau und gesunde Ernährung fordert der BÖLW von den Politikern bei einer neuen großen Koalition.

Anlässlich der Sondierungsgespräche fordert der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft von Union und SPD, dass die Themen Landwirtschaft und Ernährung als Top-Themen behandelt werden.

"Wir erwarten von Union und SPD, dass Landwirtschaft und Ernährung bei ihren Sondierungsgesprächen als Top-Themen behandelt werden. Das ist wichtig, denn Essen und der Schutz unserer Ressourcen wie Trinkwasser, Boden und Klima geht alle an", sagt Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) anlässlich der am Sonntag gestarteten Gespräche.

Er betont: "Wenn Union und SPD bei den Verhandlungen ihren Glyphosat-Zwist beilegen wollen, sind sie gefordert, einen zukunftsweisenden Weg für die Landwirtschaft zu bahnen. Mit Regeln, die sicherstellen, dass die Artenvielfalt erhalten und die Gesundheit der Bürger geschützt wird. Alle Sondierer tragen Verantwortung dafür, sich den großen Herausforderungen dieser Sektoren zu stellen und sich für starke ländliche Räume, eine umwelt- und klimafreundliche Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung einzusetzen. Nur so stärkt Politik Bauern und Lebensmittelunternehmer, gibt ihnen eine Perspektiven und wird den Erwartungen der Bürger gerecht."

Über 40.000 Bio-Unternehmer würden zeigen, wie eine umweltgerechte Landwirtschaft und eine schonende Lebensmittelverarbeitung funktionieren, die den Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger entsprechen, so der Verband. Gemeinsam mit weiten Teilen der Zivilgesellschaft würden die Unternehmer von der Politik einen engagierten Umbau der Land- und Ernährungswirtschaft erwarten.

"Die Herausforderungen in den Sektoren Landwirtschaft und Ernährung sind zu groß, als dass entschlossenes Handeln weiter vertagt werden kann. Das zeigen Klimakrise, Insektensterben, ernährungsbedingte Krankheiten und die zahllosen Höfe, die für immer schließen müssen", so der BÖLW-Vorsitzende. 

Um Deutschlands Land- und Lebensmittelwirtschaft zukunftsfähig zu machen, ist laut BÖLW Folgendes besonders wichtig:  

"Das Ziel von 20 Prozent Ökolandbau müsse angepackt und die Zukunftsstrategie Öko-Landbau umgesetzt sowie mit den notwendigen Ressourcen ausgestattet werden. Weiter müsse die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) darauf ausgerichtet werden, dass öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen eingesetzt werden. Steuergeld solle künftig dafür verwendet werden, Wasser, Böden und Klima zu schützen, Tiere anständig zu halten und so besonders bäuerlichen Betrieben neue Perspektiven zu geben."

Die Forschung soll ihre Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie fokussieren. "Wer 20 Prozenet Bio anstrebe, müsse bereits heute 20 Prozent der Mittel auf Öko-Forschung verwenden, um damit das Innovationspotential von Bio voll zu erschließen," heißt es in der Mitteilung des BÖLW. Aktuell würden lediglich 1,5 Prozent der Agrar-Forschungsmittel für Bio verwendet. 

Zudem spricht sich der Verband für die Stärkung der regionalen Wirtschaft, einen fairen Handel und eine gesunde Ernährung aus und regt an, ein Gesetz zur Umsetzung nationaler Anbauverbote von gentechnisch veränderten Pflanzen zu beschließen.

Quelle: Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft