Verbraucher

Martinsgans regionaler Genuss
Gänsesaison startet – Beste Qualität direkt vom Erzeuger

Freilandhaltung Gänse

Am Sonntag ist Martinstag und eröffnet die Gänsesaison.

Bild: BBV

Der Martinstag nähert sich: Am 11. November ist es soweit, und auf viele Tische kommt die berühmte Martins-Gans. Die Direktvermarktung von Gänsen dient vielen im landwirtschaftlichen Nebenerwerb tätigen Tierhaltern als zweites Standbein.

Gänse aus Bayern stammen für gewöhnlich aus der Weidemast. Nach dem Schlüpfen im Mai und der ersten Zeit im Aufzuchtstall verbringen die Gänse dann den überwiegenden Teil ihres Lebens auf der Weide. Auch jetzt, bei den tieferen Temperaturen im Herbst und Winter, fühlen sie sich im Freiland wohl.

Also, kein Grund zur Sorge: Mit der Kälte wird das wärmende und isolierende Untergefieder dichter und die Fettschicht dicker. Wie imprägnierte Kleidung schützt das Gefieder die Gänse auch bei Schlechtwetter. Und nachts geht es zum Schutz vor Füchsen in den Stall.

Der überwiegende Teil der Gänse wird in Deutschland in den letzten beiden Monaten des Jahres verspeist. Wer seine Gans daheim selber zubereiten möchte, sollte beim Einkauf auf die Herkunft achten und gezielt zu Federvieh aus heimischer Erzeugung greifen. Strenge Vorschriften stellen hohe Hygiene- und Tierschutzstandards sicher.

Damit garantieren die Bäuerinnen und Bauern Fleisch bester Qualität. Bei der Freilandhaltung auf der Weide haben die Gänse dann mindestens fünf Monate Zeit, bis sie vor Weihnachten auf ein Gewicht von vier bis fünf Kilo (reines Fleischgewicht) herangewachsen sind.

Erfahrungsgemäß steigt die Nachfrage nach Gänsen zu Weihnachten hin deutlich an. Wenn die Gans auf der Festtagstafel aus heimischer Erzeugung stammen soll, sollten Verbraucher deshalb Bestellungen sowohl beim Einkauf direkt vom Erzeuger als auch auf Bauernmärkten möglichst frühzeitig aufgeben.

Höfe, die in Bayern Gänsefleisch anbieten, finden Sie unter www.einkaufen-auf-dem-bauernhof.com. Dazu in der Suche den Ort bzw. die Postleitzahl und den gewünschten Umkreis angeben.

700 Betriebe in Niedersachsen mästen Gänse und haben jetzt viel zu tun

Frische und aus der Region stammende Tiere sind besonders gefragt und erzielen gute Preise. In diesem Jahr rechnet Margrit Beck von der Marktinfo Eier und Geflügel (MEG) mit einer steigenden Preistendenz aufgrund höherer Futterkosten.

Es hat sich infolge der Trockenheit verteuert. Zudem setze sich der zweigeteilte Markt fort: Es gibt drei Mal mehr Importe als Eigenaufzuchten, der Selbstversorgungsgrad Gänsefleisch ist sehr gering.

Ab Mai bis Ende Juni werden die Gössel, also die Gänseküken, eingestallt. Niedersächsische Gössel kommen vorwiegend aus der Region Cloppenburg, Lohne/Dinklage und Bakum. Die Mast dauert dann 16 bis 24 Wochen. Mit sechs bis acht Kilogramm (kg) Lebendgewicht erreichen die Gänse dann ihr Schlachtgewicht von 3,5 bis 4,5 kg.

Je nach Region schwanken die Preise für Gänse in der Direktvermarktung je kg Frischfleisch zwischen 9 und 17 Euro. Für diesen Preis erhalten Verbraucher qualitativ hochwertige und regionale Martins- oder Weihnachtsgänse.

Die Direktvermarktung ist damit gegenüber den Tiefkühl-Angeboten aus den Gänseimportländern Ungarn und Polen konkurrenzfähig.

Martinstag eröffnet traditionell die Gänse-Saison

Übrigens sollen es die Gänse gewesen sein, die den heiligen Martin verrieten, als dieser sich im Stall versteckte, um nicht Bischof werden zu müssen. Die Gänse büßen sozusagen symbolisch für den Verrat ihrer Vorfahren.

Weiterhin soll der jahrhundertealte Brauch des Martingans-Essens am 11. November das Ende des Landwirtschaftsjahres symbolisieren: Zum Abschluss des bäuerlichen Jahres wechselten oft Mägde und Knechte ihre Arbeitsstellen und wurden von ihren Gutsherren mit einer Gans zum Abschied beschenkt.

Schließlich beginnt mit dem Martins-Tag die sechswöchige Fastenzeit bis Weihnachten – und zum Abschluss dieser Karenzzeit kommt dann die Weihnachtsgans auf den Tisch.

Quelle: BBV / Landvolk Niedersachsen