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US Landwirtschaft
GVO-frei? Gibt`s nicht - US Landwirte setzen auf Genpflanzen

Farm in Ohio

US Farmer setzen voll und ganz auf GV-Anbau.

Bild: Pixabay

Die Anbauflächen mit GVO-Pflanzgut bleibt in den USA auf dem Rekordniveau von 74 Millionen Hektar. Bei Sojabohnen, Mais und Baumwolle liegt der GVO-Anteil zwischen 92 und 94 Prozent.

Die Verbraucherakzeptanz für Genfood nimmt in den USA immer weiter ab, bei den Landwirten löst dies aber nur ein kurzes Achselzucken aus. Sie bleiben den GVO-Sorten treu: Nach den offiziellen Zahlen des statistischen Dienstes der US-Landwirtschaftsbehörde (NASS) haben die Farmer im Frühjahr 2018 ähnlich viel gentechnisch verändertes Saatgut wie im Vorjahr gekauft und ausgesät - immerhin auf 74,8 Mio. Hektar Ackerflächen wurden GVO Pflanzen angebaut.

Bei Sojabohnen ist der Gesamt-Anbau 2018 mit gv-Sojabohnen nahezu konstant bei 94 Prozent geblieben, insgesamt auf 34 Millionen Hektar. Der GVO-Anteil bei Mais beträgt 92 Prozent. Selbst in Ohio - dem Bundestaat mit dem niedrigsten GVO-Anteil bei Mais - stehen auf 86 Prozent der Maisflächen gv-Sorten. 

Gestiegen ist der Anbau von Baumwolle. Die Gesamtflächen legten um sieben Prozent zu. Zwar geht der GVO-Anteil leicht von 96 auf 94 Prozent zurück, dennoch steigen die Flächen, auf denen 2018 gv-Baumwolle heranwächst, auf 5,1 Millionen Hektar, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 400.000 Hektar. 

Bei Zuckerrüben und Raps liegt der GV-Anteil der US-amerikanischen Landwirtschaft bei nahezu 100 Prozent.

Die aktuellen Anbauzahlen deuten darauf hin, dass die US-Farmer nach wie vor von den Vorteilen gentechnisch veränderter Sorten mit Herbizid- und Insektenresistenzen überzeugt sind. Offenbar haben die zunehmenden Probleme mit resistenten Unkräutern und Schädlingen nicht zu einer veränderten Saatgut-Nachfrage geführt.

In einigen Regionen haben sich inzwischen verschiedene Unkräuter verbreitet, die gegen den überwiegend ausgebrachten Herbizidwirkstoff Glyphosat (Roundup) resistent geworden sind.

Allerdings sind die Landwirte deswegen kaum zu herkömmlicher Unkrautbekämpfung zurückgekehrt, sondern bevorzugen neue gv-Sorten, die über Toleranzen gegen weitere Herbizid-Wirkstoffe verfügen, mit denen auch die Roundup-resistenten Unkräuter bekämpft werden können. Außerdem können die Landwirte nun im Wechsel verschiedene Herbizide ausbringen, um der Resistenzbildung bei den Unkräutern entgegenzuwirken.